Digitale, KI-gestützte Auftragsabwicklung und Asset Optimierung in der Instandhaltung

VonNils Blechschmidt,Hannes Pasemann,Dr. Ing. Christian Frenzel,Anders Ryberg
Lesedauer: 2 MinutenProzessindustrie, Whitepaper

Viele Instandhaltungsorganisationen funktionieren operativ – sind aber kaum steuerbar.
Knappes Fachpersonal, fehlende Transparenz über Kostenursachen und situative Entscheidungen erhöhen das operative Risiko für das Management. Klassische Digitalisierung bildet Prozesse zwar ab, liefert jedoch keine belastbare Entscheidungsgrundlage.

Dieses Whitepaper zeigt, warum erst KI-gestützte Auftragsabwicklung Instandhaltung wirklich steuerbar macht und wie Unternehmen daraus messbaren Mehrwert erzielen.

Die Herausforderung: HOHES OPERATIVES RISIKO BEI BEGRENZTER STEUERUNG

In Gesprächen mit Geschäftsführern, Werksleitern und Instandhaltungsverantwortlichen zeigt sich immer wieder ein ähnliches Bild: Die Instandhaltung „funktioniert“, bleibt für das Management jedoch nur eingeschränkt steuerbar. Aufträge werden bearbeitet, doch die verfügbaren Ressourcen reichen häufig nicht aus, um alle anstehenden Aufgaben konsequent umzusetzen. Kosten entstehen kontinuierlich, ohne dass ihre tatsächlichen Ursachen, wie etwa Überlastung oder wiederkehrende Fehlbedienungen, transparent werden. Viele Entscheidungen entstehen situativ unter Zeitdruck, gestützt auf individuelle Erfahrung und Eskalationen. Verschärft wird die Thematik durch den Verlust an erfahrenen Mitarbeitern, die in der Vergangenheit mit ihrer Erfahrung die fehlende systematische Steuerung durch Vor-Ort Koordination im Tagesgeschäft kompensiert haben.

Für das Management bedeutet diese Situation ein erhebliches operatives Risiko: Die Instandhaltung funktioniert zwar, entzieht sich jedoch einer konsistenten, datenbasierten Steuerung. 

Trotz Digitalisierung in der Instandhaltung bleibt der Effekt häufig hinter den Erwartungen zurück. Der Grund: Digitalisierung bildet Prozesse ab – sie bewertet sie nicht. Falsche Prioritätssetzungen, unklare Aufträge und fehlende Datenqualität werden nicht gelöst, sondern lediglich digital dokumentiert. Erst durch den Einsatz von KI entsteht aus Digitalisierung echte Entscheidungsunterstützung.

KI-gestützte Auftragsabwicklung: Mehr als Automatisierung

Als Führungsinstrument eingesetzt, ermöglicht KI:

  • Einheitliche Klassifizierung von Aufträgen und Störungen
  • Automatische Priorisierung nach Anlagenkritikalität, Risiko und Wirtschaftlichkeit
  • Transparente KPIs zu Backlog, Stillständen, Ursachen und Maßnahmen
  • Klare Steuerungslogik statt situativer Entscheidungen
  • Vergleichbarkeit über Schichten, Linien und Werke hinweg 

So entsteht eine klare Steuerungslogik statt situativer Entscheidungen.

Entlastung knapper Ressourcen ohne Qualitätsverlust

Fachkräftemangel trifft die Instandhaltung doppelt: im operativen Bereich und in Arbeitsvorbereitung, Dokumentation und Koordination.

KI-gestützte Systeme entlasten gezielt durch:

  • Automatische Zuordnung von Prioritäten auf Basis von Kritikalität und Historie
  • Unterstützung bei der Formulierung und Vervollständigung von Aufträgen (insbesondere bei Verschleißreparaturen und präventiver Instandhaltung) 
  • Standardisierte, konsistente Dokumentation ohne Mehraufwand ⁄ Unterstützung bei der Erfüllung von gesetzlichen (Dokumentations-) Anforderungen

Ergebnis: Mehr Zeit für wertschöpfende Tätigkeiten, bei gleichzeitig höherer Datenqualität.

Wissen sichern, Erfahrung skalieren und Fachkräftemangel kompensieren

Ein zentrales Risiko vieler Organisationen: Implizites Wissen ist an einzelne Experten gebunden.

KI macht dieses Wissen systematisch nutzbar:

  • Automatische Erkennung von wiederkehrenden Fehlerbildern
  • Empfehlungen für die schnellste und kosteneffizienteste Fehlerbehebung
  • Automatischer Abgleich erfolgreicher Fehlerbehebungsstrategien (standortübergreifend)

KI wirkt dabei als digitaler Erfahrungsanker und nicht als Ersatz, sondern als Verstärker menschlicher Kompetenz.

Produktionsstabilität erhöhen und OEE nachhaltig steigern

Durch die systematische Analyse von Störmeldungen, Maßnahmen und Produktionskontext:

  • werden Stillstands- und Leistungsverluste transparent
  • wiederkehrende Störmuster frühzeitig erkannt
  • Maßnahmen mit dem größten OEE-Hebel priorisiert

Der Fokus verlagert sich von reaktiver Störungsbeseitigung hin zu nachhaltiger Ursacheneliminierung.

Typische Fehler bei KI-Initiativen und was erfolgreiche Unternehmen anders machen

Viele KI-Projekte scheitern nicht an der Technologie, sondern an: fehlenden Zielbildern, zu starkem Tool-Fokus, unklaren Verantwortlichkeiten und unrealistischen Erwartungen.

Erfolgreiche Unternehmen starten mit klar definierten, wirtschaftlich relevanten Use Cases und führen KI schrittweise ein.

HIER ERFAHREN SIE, WIE SIE IHRE INSTANDHALTUNG STEUERBAR MACHEN

Erfahren Sie, warum klassische Digitalisierung an ihre Grenzen stößt, welche Hebel KI in der Instandhaltung wirklich wirksam macht und wie Unternehmen trotz Fachkräftemangel an Effizienz und Resilienz gewinnen.

//Über die Autor:Innen

//Das könnte Sie auch interessieren

14. Juli 2025
Zukunftsthema Production Footprint: Wirtschaftlicher Erfolg braucht resiliente Produktionsnetzwerke
Der Prozess zur Neugestaltung des Production Footprint beginnt mit der Definition der strategischen Ausrichtung des Unternehmens.
Lesen
13. Juni 2025
End-to-End Supply Chain Optimierung: Performance ganzheitlich verbessern
Ganzheitlicher Beratungsansatz zur End-to-End-Optimierung der Lieferkette – für eine nachhaltige Steigerung von Servicelevel, Lieferfähigkeit und Kosteneffizienz.
Lesen
12. Juni 2025
Wettbewerbsvorteile durch Produktkostenoptimierung
Der Ausbau der eigenen Wettbewerbsposition ist für Unternehmen eine kontinuierliche Herausforderung. Die Produktkostenoptimierung ist für alle Branchen eine wirksame Strategie, um Kostenziele zu erreichen und gleichzeitig den Kundennutzen von Produkten zu erhöhen.
Lesen