Microsoft Dynamics: Effizienzpotenziale realisieren

VonDr. Christoph Seebach,Dr. habil. Matthias Georg Will
Lesedauer: 4 MinutenIndustriegüter, Artikel

ERSTER EINBLICK: MICROSOFT DYNAMICS IM FOKUS

Wie lassen sich Effizienzpotenziale in Microsoft Dynamics identifizieren?

Durch die kombinierte Analyse von Prozess-, Finanz- und Bestandsdaten können manuelle Tätigkeiten, lange Durchlaufzeiten, Bestandstreiber, ungeeignete Dispositionsparameter und weitere Ineffizienzen auf Beleg- und Prozessebene identifiziert werden.

Welche Potenziale kann ein Dynamics-Effizienzprogramm erzielen?

Die Potenziale sind unternehmensspezifisch. H&C-Erfahrungswerte aus Dynamics-Projekten zeigen unter anderem bis zu 90 % Zeiteinsparung bei der Auftragsanlage, bis zu 70 % FTE-Reduktion in der Debitorenbuchhaltung und bis zu 35 % Bestandsreduktion bei gleichzeitig höherer Verfügbarkeit. 

Ist ein Effizienzprogramm nur nach einer Dynamics-Transformation sinnvoll?

Nein. Der Ansatz eignet sich sowohl zur Optimierung nach einer Implementierung als auch vor einer Transformation zur Prozessharmonisierung und Risikoreduktion sowie für Ad-hoc-Maßnahmen bei operativen Herausforderungen.

Welche Rolle spielt Process Analytics?

Process Analytics schafft datenbasierte Transparenz über die tatsächlichen End-to-End-Prozesse. Dadurch können Ineffizienzen nicht nur vermutet, sondern auf Basis realer Transaktionsdaten identifiziert und wirtschaftlich bewertet werden.

Wie werden identifizierte Potenziale von Microsoft Dynamics tatsächlich realisiert?

Die Potenziale werden in konkrete Maßnahmen überführt, Verantwortlichkeiten definiert und die Umsetzung kontinuierlich anhand von Daten und KPIs gemessen. Ziel ist der nachweisbare Effekt in GuV und Bilanz.

Wie viel Potenzial steckt noch in Ihrem Microsoft Dynamics?

Die Einführung oder Weiterentwicklung eines ERP-Systems wie Microsoft Dynamics ist für viele Unternehmen ein zentraler Baustein ihrer digitalen Transformation. Prozesse werden standardisiert, Daten integriert und operative Abläufe auf eine neue technologische Basis gestellt. Doch mit einer erfolgreichen Implementierung ist der wirtschaftliche Business Case noch nicht automatisch realisiert.

Unsere Projekterfahrung zeigt: Gerade nach der technischen Transformation bestehen häufig erhebliche Potenziale in Prozessen, Organisation und Working Capital. Bisherige Erfolge in Dynamics-Effizienzprogrammen:

Reduktion der Durchlaufzeit

Reduktion der Bestände

FTE-Aufwand 

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Läuft Microsoft Dynamics? Sondern: Was steckt noch in Ihrem Dynamics?

Warum bleiben Dynamics-Potenziale ungenutzt?

Eine ERP-Transformation verfolgt zunächst ein klares Ziel: Das neue System muss funktionieren. Prozesse müssen migriert, Daten verfügbar gemacht und der operative Betrieb sichergestellt werden.

Damit entsteht jedoch noch nicht zwangsläufig ein effizienter End-to-End-Prozess.

Nach der Implementierung zeigen sich in der Praxis beispielsweise weiterhin manuelle Prozessschritte, fehlende Bestandstransparenz, ungeeignete Dispositionsparameter, ungünstige Zahlungsbedingungen oder unklare Verantwortlichkeiten. Die Dynamics-Präsentation zeigt eine breite Palette solcher in Kundenprojekten identifizierter Schwachstellen – von manuellen Fakturaprozessen über zu frühe Materialbestellungen bis hin zu verspäteter Rechnungsstellung und fehlendem Forderungsmanagement.

Das Problem ist damit häufig nicht das ERP-System selbst. Vielmehr wurden die technologischen Möglichkeiten noch nicht konsequent in wirtschaftliche Effekte übersetzt.

Das sehen wir ähnlich auch bei anderen ERP-Transformationen: Im bestehenden S/4HANA-Beitrag beschreiben wir die Lücke zwischen einem technisch erfolgreichen Go-live und einem tatsächlich realisierten Business Case.

Für Microsoft Dynamics ergibt sich daraus eine klare Managementaufgabe: Nach der Systemtransformation beginnt die Performance-Transformation.

Welche Effizienzpotenziale bietet Microsoft Dynamics?

Die Potenziale liegen nicht in einem einzelnen Hebel. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Prozesseffizienz, Working Capital und datenbasierter Steuerung.

1. Prozesse effizienter machen

Manuelle Aktivitäten, Medienbrüche und unnötige Prozessschritte erhöhen Kosten und verlängern Durchlaufzeiten. Dynamics-Daten ermöglichen es, diese Ineffizienzen auf Transaktions- und Belegebene sichtbar zu machen.

So lassen sich beispielsweise Automatisierungspotenziale in Order-to-Cash oder Purchase-to-Pay identifizieren und in konkrete Maßnahmen übersetzen.

2. Working Capital freisetzen

ERP-Daten zeigen nicht nur, wie Prozesse ablaufen, sondern auch, wo Kapital gebunden wird.

Bestände können beispielsweise nach Reichweite und Verbrauchsmuster analysiert, Bestandstreiber identifiziert und Dispositionsparameter hinterfragt werden. Auf Rechnungs- und Belegebene lassen sich zugleich Zahlungsbedingungen und tatsächliches Zahlungsverhalten analysieren. Der H&C-Ansatz kombiniert hierfür Prozess-, Bestands- und Finanzdaten.

3. Transparenz und Steuerbarkeit schaffen

Effizienz entsteht dauerhaft erst dann, wenn Verbesserung messbar wird.

Dafür braucht es klare End-to-End-Verantwortlichkeiten und KPIs, die nicht nur rückblickend berichten, sondern die operative Steuerung unterstützen. Technologie allein löst organisatorische Ineffizienzen nicht: Klare Prozesse, Rollen und Verantwortlichkeiten bilden die organisatorische Grundlage nachhaltiger Effizienz.

Wie werden Dynamics-Potenziale identifiziert?

Wir betrachten Process Analytics als eine Art „Röntgengerät“ für die operative Wertschöpfung.

Statt Prozesse ausschließlich über Interviews und Workshops aufzunehmen, werden die tatsächlich vorhandenen Dynamics-Daten analysiert. Prozess-, Finanz- und Bestandsdaten werden miteinander verbunden, um Kostenprobleme, Engpässe und Zeitverluste entlang der End-to-End-Prozesse sichtbar zu machen.

Der Ansatz folgt dabei vier Schritten:

  1. Daten verstehen
  2. Potenziale identifizieren
  3. Maßnahmen umsetzen
  4. Ergebnis messen

Damit endet die Analyse bewusst nicht bei einer Potenzialliste. Aus den identifizierten Schwachstellen werden konkrete und quantifizierbare Maßnahmen abgeleitet, priorisiert und in ein Umsetzungsprogramm überführt.

Das folgende Praxisbeispiel zeigt, wie sich der Business Case nach einer erfolgreichen ERP-Transformation durch datengetriebene Prozessoptimierung realisieren lässt.

Praxisbeispiel: 35 % weniger FTE-Aufwand im Purchase-to-Pay

Wie groß die Wirkung sein kann, zeigt ein Dynamics-Effizienzprogramm im Purchase-to-Pay-Prozess.

In der Prozessanalyse wurden konkrete Automatisierungsmöglichkeiten entlang des gesamten Ablaufs identifiziert. Daraus entstand ein umfassendes Programm mit mehr als 42 einzelnen Automatisierungsmaßnahmen.

Das Ergebnis: Der FTE-Aufwand über den gesamten Purchase-to-Pay-Prozess konnte um 35 % reduziert werden.

Das Beispiel verdeutlicht einen wichtigen Punkt: Der relevante GuV-Effekt entsteht häufig nicht durch eine einzelne große Maßnahme, sondern durch die konsequente Umsetzung vieler konkreter Verbesserungen. Genau diese Logik beschreibt auch die Präsentation: Eine Vielzahl direkt umsetzbarer Einzelmaßnahmen erzeugt in Summe einen nachhaltigen und relevanten GuV-Effekt.

Von der Potenzialanalyse zum realisierten Ergebnis

Microsoft Dynamics schafft eine leistungsfähige technologische Grundlage. Ob daraus jedoch niedrigere Prozesskosten, weniger gebundenes Kapital und effizientere Abläufe entstehen, entscheidet sich in der konkreten Nutzung des Systems.

Unternehmen sollten eine abgeschlossene Dynamics-Implementierung deshalb nicht als Ende der Transformation betrachten. Sie ist vielmehr der Ausgangspunkt, um Prozesse datenbasiert zu hinterfragen und den ursprünglich geplanten Business Case konsequent zu realisieren.

Process Analytics schafft dafür Transparenz über Prozesse, Bestände und Finanzdaten. Daraus lassen sich konkrete Maßnahmen ableiten – von Automatisierung und Prozessoptimierung über Working-Capital-Hebel bis zu neuen Rollen und Steuerungsmechanismen.

Die entscheidende Frage ist daher:

Was steckt noch in Ihrem Dynamics?

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Gerne diskutieren wir mit Ihnen, wo Ihr Unternehmen heute steht, welche Use Cases Priorität haben und wie ein belastbarer Entwicklungspfad mit messbarem Business Impact aussehen kann.

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